Photovoltaik & Speicher

Sonnenstrom vom eigenen Dach

Auf dem Dach unseres Bürogebäudes in der Josef-Wilberger-Straße 53 in Innsbruck wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von 106,26 kWp umgesetzt.

Portrait Stephan Glätzle Rützler

Stephan Glätzle-Rützler
23. Juni 2026

PV-Anlage mit Bergen im Hintergrund

Im Rahmen dieses Projektes nutzen wir eine bestehende Dachfläche sinnvoll für die regionale Erzeugung von Sonnenstrom und setzen einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung.
Die Anlage wurde auf dem Flachdach des Gebäudes errichtet und fügt sich gut in die bestehende Dachlandschaft ein. Die verfügbare Fläche wurde bestmöglich genutzt und rund 514 m² für die PV-Anlage ausgelegt. Gleichzeitig bleiben Wartungswege und technische Dachaufbauten weiterhin zugänglich.

Rund 119.000 kWh Sonnenstrom pro Jahr
Laut Ertragssimulation erzeugt die PV-Anlage jährlich rund 119.428 kWh Strom. Das entspricht einem spezifischen Jahresertrag von rund 1.124 kWh pro kWp. Damit leistet die Anlage einen wesentlichen Beitrag zur Eigenversorgung und zur regionalen erneuerbaren Stromproduktion.
Der erzeugte Sonnenstrom entspricht rechnerisch dem Jahresstromverbrauch von rund 30 bis 35 durchschnittlichen Haushalten – abhängig vom jeweiligen Verbrauchsverhalten. Besonders wichtig ist für uns jedoch, dass der Strom dort produziert wird, wo er auch gebraucht wird: direkt vor Ort.

Eigenverbrauch macht den Unterschied
Neben dem ökologischen Nutzen bringt die PV-Anlage auch einen klaren wirtschaftlichen Vorteil. Aktuell können rund 65 % des erzeugten Sonnenstroms direkt vor Ort verbraucht werden. Dadurch muss dieser Strom nicht aus dem Netz bezogen werden.
Der verbleibende Anteil wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und entsprechend vergütet. Diese klassische Netzeinspeisung soll jedoch nur eine Übergangslösung sein. Ab Oktober ist geplant, überschüssigen Sonnenstrom im Rahmen von Peer-to-Peer-Stromlieferungen nach den künftigen Möglichkeiten des ElWG (Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz) an unsere Tochtergesellschaft, die 5 Sterne Waschstraßen GmbH, weiterzugeben.

Das ist besonders sinnvoll, weil die 5 Sterne Waschstraße zwar bereits über eine eigene PV-Anlage verfügt, der zusätzliche Strombedarf aber gerade zu jenen Zeiten hoch ist, in denen durch die vermehrt stattfindenden Autowäschen auch das Aufkommen steigt und gleichzeitig am Firmenstandort besonders viel Überschuss entsteht, insbesondere von Freitagmittag bis Sonntagabend. Genau dieser überschüssige Sonnenstrom kann dort direkt genutzt werden und ersetzt wiederum teuren Netzbezug.

 Aus der Kombination von vermiedenem Netzbezug, Einspeisevergütung beziehungsweise künftig innerbetrieblicher Weitergabe des Überschussstroms ergibt sich auf Basis der aktuellen Werte ein rechnerischer wirtschaftlicher Vorteil von rund 20.000 € pro Jahr.

 Damit zeigt sich deutlich: Der größte wirtschaftliche Hebel einer PV-Anlage liegt im direkten Eigenverbrauch. Jede Kilowattstunde, die vor Ort genutzt oder sinnvoll innerhalb der Unternehmensgruppe weitergegeben wird, reduziert den teureren Netzbezug und erhöht damit die Wirtschaftlichkeit der Anlage.

CO₂-Einsparung auf Basis des österreichischen Strommixes
Für die Klimawirkung wurde der prognostizierte Jahresertrag der Anlage mit dem österreichischen Strommix bewertet. Bei einem angesetzten Emissionsfaktor von 276 g CO₂ pro kWh ergibt sich eine rechnerische Einsparung von rund 33 Tonnen CO₂ pro Jahr. Über eine angenommene Betriebsdauer von 25 Jahren entspricht das einer Einsparung von rund 824 Tonnen CO₂ – ohne Berücksichtigung künftiger Veränderungen im Strommix oder altersbedingter Leistungsveränderungen.

Potenzial direkt über unseren Köpfen
Das Projekt zeigt, welches Potenzial in bereits vorhandenen Gebäudeflächen steckt. Ohne zusätzliche Bodenversiegelung entsteht auf dem Dach sauberer Sonnenstrom, der direkt zur Energiewende beiträgt. Gerade im städtischen Raum sind solche Dachflächen besonders wertvoll, denn sie ermöglichen erneuerbare Stromerzeugung dort, wo Energie laufend benötigt wird. Die PV-Anlage in der Josef-Wilberger-Straße ist damit nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch ein sichtbares Zeichen für nachhaltiges Wirtschaften.

 

Mit der Photovoltaikanlage in der Josef-Wilberger-Straße zeigt sich, wie vorhandene Flächen sinnvoll genutzt und gleichzeitig ein konkreter Beitrag zur regionalen Energiewende geleistet werden kann. Effizient umgesetzt, wirtschaftlich sinnvoll und direkt im urbanen Raum verankert.